Vorgehensweise
Das Projekt „Klimawandel und Gerechtigkeit“ will Wechselwirkungen zwischen der Vermeidung eines gefährlichen Klimawandels und der Bekämpfung weltweiter Armut analysieren. Ziel ist es, geeignete Strategien und Optionen einer globalen Klima- und Energiepolitik zu entwickeln, welche die nationalen und internationalen Bemühungen zur Armutsbekämpfung nicht gefährden, sondern möglichst unterstützen. Dies verlangt in mehrerer Hinsicht eine integrierte Betrachtung.
1. Zunächst sind Auswirkungen des Klimawandels auf die Entwicklungsländer und im Besonderen die Armen als auch deren Handlungsmöglichkeiten zur Bewältigung der Klimafolgen zu untersuchen. Klimafolgen wie Handlungsoptionen sollen sowohl global wie regional abgeschätzt und nach besonders verwundbaren Regionen und Bevölkerungsgruppen aufgeschlüsselt werden, um die spezifischen Verteilungsfolgen besser in den Blick nehmen zu können.
2. Die Verknüpfung von Klimawandel und Armut legt es nahe, die Gerechtigkeitsfrage nicht auf die Verteilung von Emissionsrechten zu verkürzen, sondern die weltweite Verteilung von “Vermögen“ in all seinen Formen zu betrachten. Das (Handlungs-)Vermögen zur Bewältigung des Klimawandels wie zur Überwindung von Armut wird nicht allein durch Sachkapital, sondern auch durch Natur-, Human- und Sozialkapital bestimmt. Die primäre Verantwortung für den Aufbau dieses Handlungsvermögens durch eine entwicklungsförderliche Politik tragen die einzelnen Länder selbst. Angesichts vielfältiger globaler Verflechtungen und Abhängig¬keiten ist die Wirksamkeit nationaler Maßnahmen heute freilich begrenzt. Daher ist die Klimafrage in den Kontext einer Politik für eine menschengerechte Globalisierung einzubetten.
3. Das methodische Vorgehen basiert auf klaren Konzepten, umfassenden Analysen und präzisen Modellen. Dies schließt ein, dass man die zugrunde gelegten Wertprämissen und Ziele offen legt und möglichst allgemein überzeugend begründet: Daran mangeln viele der bisherigen Studien. Ein solch interdisziplinärer Ansatz muss aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen sowohl der Klimafolgenforschung als auch der Sozialethik und der Sozialwissenschaften einbeziehen.
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