Anpassung durch Armutsbekämpfung
Eine zukunftsweisende Bekämpfung der Armut, die gleichzeitig dazu beiträgt, die Folgen des Klimawandels besser zu bewältigen, hat drei Grundvoraussetzungen:
1. Das Handlungsvermögen der armen Länder und Regionen, vor allem aber die wirtschaftliche Entwicklung der Menschen vor Ort muss nachhaltig gestärkt werden. Dies ist das beste Mittel für eine wirksame Armutsbekämpfung, was wiederum die Verwundbarkeit durch den Klimawandel reduziert und die Fähigkeit erhöht, nicht vermeidbare Auswirkungen menschenwürdig zu bewältigen. Wesentliche Grundlage für eine Erweiterung von Handlungsvermögen ist ein verbesserter Zugang zu Einrichtungen, die den spezifischen Bedürfnissen der Armen Rechnung tragen, angefangen von medizinischer Versorgung und Bildungseinrichtungen bis hin zu politischen Teilnahme- und Teilhabemöglichkeiten und der Beteiligung an Produkt- und Finanzmärkten.
2. Die Armen können ihr Handlungsvermögen nur sehr bedingt aus eigener Kraft stärken. Sie sind auf unterstützende Institutionen und Hilfe angewiesen. Dabei geht es vor allem um politische, rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die das Potenzial und die Eigeninitiative „von unten“ fördern und stärken, angefangen von den Menschen und Kommunen über die jeweiligen Staaten und ihre regionalen Zusammenschlüsse bis hin zu den globalen Strukturen.
3. Eine nachhaltige Verknüpfung von Klima- und Armutspolitik wird nur dann gelingen, wenn man die Menschen vor Ort mit ihren jeweiligen sozio-kulturellen Traditionen ernst nimmt. Menschen handeln nie nur nach individuellen Werten, sondern orientieren sich in ihrem Verhalten weithin an ihrem gesellschaftlichen Umfeld. Klimapolitische Strategien müssen deshalb sozio-kulturell anschlussfähig sein. Nur dann werden die betroffenen Menschen die Klimapolitik zu ihrer eigenen Sache machen.
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