Klimafolgen in den Entwicklungsländern
Viele der vorhergesagten Auswirkungen des Klimawandels erschweren die Befriedigung elementarer Grundbedürfnisse und verstärken die Armut. So wird zwar global betrachtet bis 2050 ein höheres Angebot an Trinkwasser prognostiziert, dieser Zuwachs entfällt jedoch weit gehend auf bereits wasserreiche Regionen und einige tropische Feuchtgebiete, während die Niederschlagsmenge in Trockengebieten, deutlich abnehmen könnte. Zudem ist eine weitere Verstärkung der Extreme im Wasserkreislauf zu erwarten, so dass die Gefahr von Dürren und sintflutartigen Niederschlägen mit Überflutungen steigt. Wassermangel und Erhöhung der Durchschnittstemperaturen haben wiederum erhebliche Folgen für die Ernährungssicherheit. Während sich die Voraussetzungen für die Landwirtschaft in kälteren und gemäßigten Regionen verbessern könnten, werden für einige tropische und subtropische und heute schon trockene Regionen – also dort, wo die größte Gefahr von Hunger besteht – teilweise deutliche Ertragsverluste vorher¬gesagt.
Arme Länder verfügen über weit weniger Möglichkeiten zur Vermeidung und Bewältigung von Klimafolgen als wohlhabende Länder. So sind adäquate Infrastruktur oder finanzielle Absicherungsmechanismen kaum vorhanden. Armut bedeutet immer auch soziale Verwundbarkeit. Sie erschöpft sich freilich nicht in einem Mangel an Einkommen, sondern ist oft auch mit sozialem Ausschluss, wenig Zugang zu sozialen Grunddiensten (Gesundheit, Bildung), einem Mangel an Rechtssicherheit, politischen Rechten und kultureller Freiheit verbunden. In Krisenzeiten kann dies leicht zur Folge haben, dass die Armen ihre Interessen aufgrund geringer Kaufkraft, fehlenden Wissens und politischer Ohnmacht nicht zur Geltung bringen können.
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