Klimaschutz und Entwicklungspolitik
Die reichen Länder haben im Zuge ihrer wirtschaftlichen Entwicklung eine große Menge C02 emittiert („Kohlenstoffschuld“). Durch den Aufbau ihres heutigen Vermögens haben sie wesentlich den Klimawandel verursacht, dessen Auswirkungen vor allem die ärmeren Entwicklungsländer treffen werden. Die globale Kohlenstoffschuld muss in den nächsten Jahrzehnten abgetragen werden. D.h. zum einen, dass sie ihre eigenen Emissionen stark absenken müssen. Zum anderen stehen sie aber auch in der Verantwortung, den ärmeren Ländern eine emissionsarme Wirtschaftsentwicklung zu ermöglichen. Durch technische und institutionelle Innovationen (z. B. Steigerung der Energieeffizienz, Einsatz erneuerbarer Energieträger, Verringerung der Abholzung) ist der Abbau der Kohlenstoffschuld zu relativ geringen volkswirtschaftlichen Kosten möglich. Dies erfordert allerdings eine angepasste Technologiepolitik sowie den Aufbau von Fonds, aus denen die Anpassung an den Klimawandel finanziert wird.
Eine besondere Rolle kommt einer fairen Weltwirtschaftsordnung zu, die die Eigenkräfte und das Einkommen der Armen nicht unter dem Vorwand einer unausweichlichen Globalisierung schwächt. So besteht gegenwärtig die Gefahr, dass es zu einer Flächenkonkurrenz zwischen der Produktion von Nahrungs¬mitteln einerseits und Biomasse-Trägern für vermeintlich umwelt¬freundliche Energie andererseits kommt. Wenn dies zur Folge hätte, dass die Armen weniger Zugang zur Nahrung haben, so wäre dies ethisch nicht hinnehmbar. Hinzu kommt die Gefahr einer beschleunigten Abholzung tropischer Wälder, um Land für den Anbau devisenbringender Biomasse zu gewinnen, was wiederum den Klimawandel beschleunigen würde. Die Zusammenhänge von Klimawandel und Armut sind komplex und es gibt vielfältige Rückkoppelungen, die noch nicht genügend erforscht sind.
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